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Auch wenn er in den deutschen Nachrichten kaum Erwähnung findet, der Krieg im Tigray fordert täglich weitere Opfer. Menschen werden vertrieben oder getötet, Frauen vergewaltigt, Infrastruktur geplündert und zerstört. Zwei unserer Hilfsprojekte in Äthiopien liegen in den weiterhin umkämpften Regionen des Tigray: das Ausbildungszentrum für Mütter in Shire/ Endaselassie und das medizinische Projekt für Mütter und Kinder in Korarit. Mehrere Wochen herrschte Kommunikationssperre, wir haben unsere Partner in den Organisationen vor Ort nicht mehr erreichen können.

Inzwischen konnten wir auf Umwegen wieder Kontakt zum Ausbildungszentrum für junge Mütter herstellen. Gebäude und Compound wurden geplündert und verwüstet, ein Wachmann kam bei Kämpfen ums Leben. An den Wiederaufbau unserer Einrichtung, die in den letzten Jahren tausenden Frauen und ihren Familien ein Einkommen gesichert hat, ist noch nicht zu denken.

Humanitäre Katastrophe im Tigray – unser Engagement geht weiter!

Stattdessen haben wir mit unserem Partner Relief Society of Tigray (REST) vor Ort beraten, wie unsere bereits überwiesenen Gelder in einem medizinischen Nothilfeprogramm am Projektstandort Shire/ Endaselassie eingesetzt werden können. In den letzten Wochen hat der Vorstand in enger Abstimmung mit der Projektgruppe über dieses Nothilfeprogramm beraten und bereits die Freigabe unserer Finanzmittel dafür beschlossen.

Nachrichten über das von uns unterstützte Health Center in Korarit sind noch spärlicher. In den letzten Tagen haben wir immerhin erfahren, dass unsere drei dort angestellten medizinischen Fachkräfte es nach Shire/ Endaselassie geschafft haben, darunter auch ein seit langem für kinder unserer welt arbeitender Arzt.

Da in diesem Konflikt auch und gezielt Krankenhäuser, Health Center und Health Posts angegriffen und zerstört wurden, ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung zusammengebrochen. Es gilt Seuchen und Hunger Einhalt zu gebieten.

Um so dringlicher die Bitte unseres Projektpartners REST, unsere für das medizinische Mutter-Kind Projekt Korarit vorgesehenen Mittel stattdessen für die Mutter-Kind-Versorgung im Health Center in Shire/ Endaselassie einsetzen zu dürfen. Dieses Gesundheitszentrum war das erste Projekt von kinder unserer welt und ist 2014 an die Stadt Endaselassie übergeben worden. Das Personal, das von unserem Projekt in Korarit nach Endaselassie fliehen konnte, ein Arzt, ein Apotheker und eine Hebamme, soll dort eingesetzt werden. Sie werden dazu beitragen, die völlig zerstörte medizinische Versorgung für Familien  aus Endaselassie, aber auch für die Menschen in den drei Flüchtlingslagern in der Stadt wieder aufzubauen.

Auch wenn wegen des Kriegsausbruchs im November aktuell keine vertragliche Bindung besteht, sind wir entschlossen, die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen und im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen. Das heißt in diesem Fall, die Gehälter der Angestellten weiterzuzahlen. Darüber hinaus werden wir alle für das Gesundheitsprojekt im Jahr 2021 geplanten Finanzmittel für den Wiederaufbau der medizinischen Kapazitäten im Mutter-Kind-Bereich nutzen.

Wir hoffen, dass wir mit unseren kleinen, aber wirksamen und verlässlichen Beiträgen auch weiterhin eine Hilfe für die vom Krieg, Krankheit und Hunger bedrohten Menschen in Äthiopien sein können.

Unsere Botschafterin Menna Mulugeta ist als Künstlerin wie viele andere von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen. Aber hier berichtet sie von digitalen Auftritten, der Arbeit an einem neuen Album und den Planungen für das nächste Live-Konzert. Aus ihrem Newsletter:

Das auf den 20. Februar verschobene Konzert „Billie bis Beyoncé“ wurde erneut und diesmal in das nächste Jahr verschoben. => Tickets

Mit Hilfe des „Corona“ - Kulturstipendiums des Landes Rheinland-Pfalz arbeiten Gernot Blume und ich an neuem Promo-Material und einer neuen CD unseres Duos mit Harfe. Ihr dürft gespannt sein!

Zwischenzeitlich werde ich häufiger für digitale Events mit Streaming Auftritten engagiert. Oft bei Firmen, aber auch bei Veranstaltungen von politischen Parteien. 

In der Woche des Aschermittwochs verdichteten sich die Ereignisse und ich habe mit dem Journalisten Sören Heim darüber gesprochen, wie es sich anfühlt innerhalb einer Woche bei der rheinland-pfälzischen SPD, bei der CSU in Passau und auf einer Gedenkdemo zum Jahrestag des Anschlags in Hanau zu singen. => Artikel in der Allgemeinen Zeitung (Paywall)

Videos mit Auftritten von Menna Mulugeta:

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Beim politischen Aschermittwoch der SPD Rheinland-Pfalz,
Auftritte bei 15:25, 34:24, 48:11 Minuten
Dieses Video ansehen auf YouTube.
Beim politischen Aschermittwoch der CSU, Auftritt ab 1:48:44 Stunden.

Und bei der Gedenkdemo zum Jahrestag des Anschlags von Hanau (Video spielt aus Dropbox) mit einer Eigenkomposition.

Aktuell zeigt 3sat zwei Beiträge zu Rassismus, die in der Mediathek des Senders verfügbar sind:

Die Macht der Vorurteile (Dokumentation)

scobel – Rassismus: Das schleichende Gift (Diskussion)

Menschen jeglicher Hautfarbe und Herkunft sind im Erbgut zu mehr als 99,99 Prozent gleich. Dennoch ist Rassismus im vermeintlich aufgeklärten Deutschland tief verwurzelt. Woran liegt das?

Die Macht der Vorurteile (3sat Mediathek)

Rassismus ist allgegenwärtig. Er tötet, diskriminiert und grenzt aus. Er vergiftet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotzdem hält sich diese menschenverachtende Ideologie.

scobel – Rassismus: Das schleichende Gift

Adventskonzert unserer Botschafterin Menna Mulugeta am Sonntag, 29.11.2020 um 17:00 Uhr:

Das Adventskonzert „Lights of Christmas“ ist schon fast Tradition. Zum dritten Mal gastiert die Sängerin Menna Mulugeta in der Nunkirche, in diesem Jahr leider nicht vor Publikum. 
Der Kulturverein der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, CulturisSIMo, organisiert einen kostenfreien Livestream des Konzerts. 
Zwei Klicks und Sie sind in der Nunkirche. Den Zugang und Informationen zum Konzert finden Sie auf der Homepage von CulturisSIMo: https://www.culturissimo.com/
Das für alle Zuhörer kostenfreie Konzert ist ausschließlich im Livestream zu hören und zu sehen.

Wie Sie wahrscheinlich den aktuellen Nachrichten entnommen haben, ist in Äthiopien ein kriegerischer Konflikt zwischen der Zentralregierung und der Region Tigray ausgebrochen. Im Tigray betreibt kinder unserer welt zwei Projekte: das Ausbildungszentrum für Mütter in Endaselassie und die Medizinische Hilfe für Mütter und Kinder in Korarit. 

Äthiopien hat alle Kommunikationsverbindungen in die betroffene Region (und auch darüber hinaus) abgeschaltet, so dass wir aktuell nicht wissen, wie es unseren Projektpartnern vor Ort geht. Auf Grund der Tatsache, dass auch alle Geldflüsse in die Konfliktregion eingefroren sind, können wir unsere Projekte derzeit nicht unterstützen. Falls Sie zu den regelmäßigen Spendern (Paten) für diese Projekte gehören, werden wir Sie in den nächsten Tagen kontaktieren, wie mit Ihren Spenden weiter verfahren werden soll.

Wir hoffen sehr, dass die Konfliktparteien schnell zu einer friedlichen Einigung kommen und weitere Opfer unter der Zivilbevölkerung vermieden werden.

Für die Ausgabe von Lebensmitteln, Wasser und Seife an obdachlose Straßenkinder und –Jugendliche  in Jimma bitten wir um Spenden. Im projekteigenen Abba Jiffar Training Center wird eine Anlaufstelle als Take-Away Feeding Point eingerichtet, an der täglich bis zu 100 Kinder für die Dauer des Ausnahmezustands versorgt werden sollen.
>> Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Wie unsere Partnerländer auf die Pandemie reagieren

Binnen weniger Wochen ist das Leben in fast allen Ländern der Welt zum Stillstand gekommen. Mit Sorge blicken wir alle in dieser Zeit nach Südafrika und Äthiopien. Es ist kaum auszudenken, welche Folgen ein schnelles Ausbreiten des Virus insbesondere in den dicht bevölkerten Vierteln der großen Städte, in Slums, Squatter Camps und Townships haben wird. Von unseren Partnern erreichen uns hin und wieder Nachrichten, die erahnen lassen, welche Befürchtungen und Ängste die Menschen haben, vor allem angesichts der katastrophalen medizinischen Bedingungen, auf die diese Pandemie trifft.

Die Regierungen der beiden Länder haben mit umfassenden Maßnahmen reagiert: In Äthiopien wurde am 8. April 2020 der Ausnahmezustand für zunächst fünf Monate ausgerufen. In dieser Zeit sind alle Schulen, Universitäten, Kirchen und öffentliche Ämter geschlossen, in vielen Regionen gelten strenge Ausgangsbeschränkungen.

Südafrika verhängte Ende März eine der weltweit strengsten Ausgangssperren, zugleich wurden die Landesgrenzen geschlossen und der Personen-Flugbetrieb eingestellt. Die von Polizei und Armee oft mit harter Hand durchgesetzten Beschränkungen erlauben ein Verlassen der Wohnung nur bei medizinischen Notfällen oder dringenden Versorgungsgängen.

Wie wir in unseren Projekten reagieren

Natürlich ist auch die Arbeit von kinder unserer welt massiv von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Nicht nur unsere Aktivitäten und Veranstaltungen in Deutschland mussten abgesagt werden, auch die für März und April geplanten Supervisionsbesuche in Äthiopien wurden kurzfristig gestrichen.

Die von uns unterstützten Projekte können nicht mehr oder nur noch eingeschränkt weiterarbeiten: In Südafrika sind die Ubuhle Christian School sowie die Pre- und Afterschool geschlossen – mit teilweise katastrophalen Folgen für die Kinder und Jugendlichen, die oftmals im Projekt die einzig warme Mahlzeit am Tag, Schutz und Fürsorge bekamen.

Die Kurse im beruflichen Ausbildungszentrum in Endaselassie können bis auf weiteres nicht durchgeführt werden. Aufgrund der Versammlungs- und Ausgangsbeschränkungen sind auch wichtige Präventivmaßnahmen im medizinischen Projekt in Korarit zum Erliegen gekommen.

Thank you for remembering Lambano Sanctuary, & for your not forgetting us even in these difficult times.

Your regular contributions are a blessing to us, especially when prices for protective equipment are soaring, with shortages looming.

von unseren Partnern im Lambano-Projekt

Aber vor allem ist zu befürchten, dass sich die Situation für „unsere“ Straßenkinder aus Jimma dramatisch verschärft. Denn es dürfen aktuell nicht nur keine neuen Kinder mehr in das Projekt aufgenommen werden, sondern obdachlose Kinder und Jugendliche, die sich schon bisher mehr schlecht als recht mit kleinen Dienstleistungen wie Schuhputzen oder Lastentragen durchgeschlagen haben, verlieren nun aufgrund der Ausgangsbeschränkungen ihre kargen Verdienste komplett.

Vorstand und Projektgruppen von kinder unserer welt sind sich einig, dass wir unsere finanzielle Unterstützung trotz der eingeschränkten Projektaktivitäten in voller Höhe beibehalten. So möchten wir sicherstellen, dass die Gehälter aller Projektmitarbeiter weitergezahlt werden können und sie und ihre Familien wenigstens ein verlässliches Einkommen haben.

Wir haben unsere Partnerorganisationen informiert, dass alle Mittel, die aktuell nicht für die geplanten Programme eingesetzt werden können, zur Unterstützung der Familien im Umfeld unserer Projekte verwendet werden sollen: z.B. für Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, die den Ubuhle-Familien nach Hause gebracht werden, für Lebensmittelverteilung an Straßenkinder oder auch für Aufklärung und Beratung der Familien in abgelegenen ländlichen Gebieten.

Flächendeckende Maßnahmen wie medizinische Hilfe, Bereitstellung von Beatmungsgeräten, Schutzanzügen, Desinfektionsmitteln etc. sind aus unserer Sicht Aufgaben der staatlichen Gesundheitsbehörden und der großen nationalen und internationalen NGOs; kinder unserer welt als kleine private Hilfsorganisation kann hier angesichts des riesigen Bedarfs viel zu wenig ausrichten. Wir wollen unsere begrenzten Mittel stattdessen zielgerichtet für konkrete Maßnahmen einsetzen, die dazu beitragen, die Folgen der Pandemie für die Menschen im Umfeld unserer Projekte abzumildern. Über zusätzliche Spenden, die uns dafür etwas mehr Spielraum verschaffen, freuen wir uns sehr!